GEWÄCHSHÄUSER FRÜHER UND HEUTE

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Um die Menge schöner Pflanzen, welche wir aus fernen Weltteilen erhalten und die in unserem Klima im Winter, teils auch im Sommer, nicht im Freien ausdauern, kultivieren zu können, sind verschiedene Gebäude erforderlich. Diese müssen je nach den darin zu kultivierenden Gewächsen größer oder kleiner sein und je nach deren Erfordernissen auf eine höhere oder geringere Temperatur gehalten werden.

Glashäuser gibt es schon lange.

Als dieser Text verfasst wurde, gab es bereits allerlei exotisches Gemüse und prachtvolle Zierpflanzen – und das alles natürlich unter Glas. Die Gründe für ein Gewächshaus sind seitdem unverändert. Der Erwerbsgartenbau strebt nach optimalen Ernten für maximalen Ertrag. Der Hobbygärtner möchte eigenes Gemüse oder exotische Blumen kultivieren. Auch die Selbstversorgung ist nicht neu – früher war sie notwendig, heute trägt sie zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

Die erste Orangerie

Schon 1560 baute Herzog Christof von Württemberg in Stuttgart das erste Pomeranzenhaus mit Butzenscheiben und einem Kachelofen. Das war die erste Orangerie, die ausschließlich zur Überwinterung der beliebten Pomeranzen, einer Zitruspflanze, diente. Gewächshäuser sind allerdings keine Erfindung der Renaissance. Bereits ein römischer Kaiser soll verglaste Beete besessen haben, in denen während der kalten Jahreszeit Gurken und andere Gemüse wuchsen. Es wird berichtet, dass die Scheiben aus lichtdurchlässigen, sehr dünnen Steinplatten bestanden. Vor dem Gewächshaus gab es bereits das Frühbeet. Wurde es mit Mist erwärmt, nannte man es Mistbeet oder Treibkasten. Auch dieses diente denselben Kulturmaßnahmen, war jedoch nicht begehbar. Damals existierten bereits Doppelkästen mit einem begehbaren Mittelgang – die Vorläufer der später üblichen Erdhäuser.

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Darum ein Gewächshaus

• Die Freude daran, Pflanzen selbst zu ziehen.
• Früher bzw. später noch ernten zu können.
• Optimale Kulturbedingungen für die Pflanzen.

• Besserer Schutz vor Schädlingen.

• Sichere und höhere Ernten.

• Anzucht exotische Pflanzen 

• Gesundes, selbst angebautes Gemüse zu ernten.

• Das Gartenjahr auf 12 Monate zu verlängern

Übersicht

  • Immer noch Glashaus
  • Nutzungsmöglichkeiten
  • Betriebskosten

Immer noch Glashaus

War früher die Bezeichnung Glashaus synonym für alle Gewächshäuser, weil sie eben alle eine »Glashaut« hatten, Folglich müsste man heute im Hobbybereich eigentlich eher vom Kunststoff-haus sprechen. Wobei sich der Kunststoffanteil allerdings meist auf die Bedachung bezieht, denn die tragende Konstruktion ist heute in der Regel aus Aluminium, selten, Stahl oder Holz. Das wird sich vielleicht noch ändern, weil die Vollkunststoffe für kleine Häuser viele Vorteile haben. Kunststoffe verfügen genau über die positiven Eigenschaften, die für ein Gewächs-haus wichtig sind. Das kann man inzwischen auch von Frühbeeten sagen, wobei der Anteil der »Selbstbauten immer hoch bleiben wird und das bevorzugte Material der Hobbygärtner sicher Holz ist – und auch bleiben wird. Zumal heute der »normale« Heimwerker über Werkzeuge verfügt, die ihn fast zum Profi werden lassen.

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Gewächshaus und Frühbeet gehören zusammen, bzw. ergänzen sich optimal. Im Frühjahr wenn der Platz im Gewächshaus knapp wird und zum Abhärten der Pflanzen

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Nutzungsmöglichkeiten

Die Nutzungsmöglichkeiten eines Gewächshauses sind wesentlich von der Beschaffenheit und der Technischen Ausstattung abhängig. So macht nur ein Warmhaus mit Isolier-verglasung, Lüftung, Heizung und Schattierung die Kultur von tropischen Pflanzen sinnvoll, weil diese rund ums Jahr ein konstantes »Tropenklima« brauchen. Ein weniger gut ausgestattetes Gewächshaus bietet die Chance, Kübelpflanzen zu überwintern, sofern es beheizbar ist. Ein Kalthaus eignet sich zur Jungpflanzen- anzucht oder der Kultivierung von Kakteen. Dann kann man Gemüse, vor allem zeitig im Frühjahr, aber auch noch im Winter kultivieren. Solche Kalthäuser unter- scheiden sich zwar nicht grundsätzlich in der Bauweise und Konstruktion vom Warmhaus, beim Warmhaus sollte jedoch die Isolierung erheblich besser sein. Der wohl größte Unterschied liegt in den Betriebskosten.

Betriebskosten

Bei Gewächshäusern mit einfacher Glas- oder Kunststoff- eindeckung lohnt sich die Heizung nur zum Frostschutz an den kalten Frühjahrs- und Herbsttagen. Und das verlängert das Gartenjahr erheblich und sichert eine optimale Ernte. Trotz-dem kann man auch in einem unbeheizten Gewächshaus das Gartenjahr auf 10 Monate verlängern, denn viele Pflanzen, besonders Gemüsesorten, vertragen noch moderate Frost-grade, wenn sie vor dem Austrocknen geschützt werden. Hier lässt sich Vlies, Reisig oder Folie zum zusätzlichen Schutz einsetzen.Man sollte allerdings immer auf eine optimale Isolierung achten, auch wenn zunächst überhaupt nicht an eine Beheizung gedacht ist. Besonders wichtig ist dabei die Abdichtung der Platten, oder des Glases und die Dichtungen an der Tür und den Fenstern. Zusätzlich angebrachte Isolierungen(Luftolsterfolien, Polystyrolplatten) erweitern die Nutzungsmöglichkeiten, weil die Beheizung früher oder länger wirtschaftlich tragbar ist. Im Frühjahr kann man zunächst auch nur die Hälfte oder weniger eines Gewächshauses nutzenund beheizen. Dazu kann man diesen Bereich mit einer Luftpolsterfolie abtrennen – das spart Heizung.Anfänglich ist der Platzbedarf ja ohnehin geringer. Später kann man Tomaten und Gurken oder Bohnen in unterschiedlichen Kulturräumen, eben mit anderen Bedingungen, (Wärme, Luft) kultivieren.Aber auch in einem Kulturbereich sind unterschiedliche Bedingungen vorhanden, direkt im Dachbereich ist es weitaus wärmer und heller als am Boden. Jungpflanzen, Sämlinge werden darum auch möglichst nah am Dach untergebracht. Hier werden Regale montiert.